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Wie ich zum Vermögensaufbau kam

Die Ausgangslage

Um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin, war ein langer, steiniger Weg zu gehen. Schon als Kind zeigte ich trotz Mahnung meiner Eltern wenig Interesse daran, mein Geld auf ein Sparbuch zu legen. Das Taschengeld kam am Montag und der erste Weg führte mich stets zum Panini-Sticker-Händler meines Vertrauens. Ich war resistent. Zudem war mein Umfeld auch nicht wirklich auf den Kapitalmarkt fixiert. Sparbücher und Bausparverträge von der Hausbank waren die gängigsten Methoden, um Geld für spätere Anschaffungen anzusammeln. So lebte ich meine Kindheit und mein Verhalten änderte sich im jungen Erwachsenenalter nicht. Der erste Job ermöglichte ungeahnte Möglichkeiten: Nachdem ich bis zu meinem 21. Lebensjahr die Schulbank gedrückt hatte, war der Geldsegen des monatlichen Gehalts ein ungeahnter Reichtum. Endlich konnte ich mir Dinge kaufen, die ich bisher nie besessen hatte.


Bald folgte die erste eigene Wohnung und Fixkosten wurden zu einem festen Bestandteil in meinem Leben. Kurz danach benötigte ich auch schon den ersten Konsumkredit, da ich meine Kosten nicht unter Kontrolle hatte und die Ausgaben regelmäßig höher waren als die Einnahmen. Sparen war nach wie vor ein Fremdwort. Mit jeder Gehaltserhöhung stieg auch meine Lifestyle-Inflation linear. Eine neue, größere Wohnung, ein besseres Auto, ein neues Handy und eigentlich alles, was man eigentlich gar nicht braucht, nannte ich mein Eigen. Standen größere Anschaffungen an, half ich mir mittels Konsumkredit über die Runden. So ging es dann doch relativ lange weiter.


Der Veränderungsprozess

Als Kind hatte ich mir immer eines vorgenommen: Ich möchte einmal genug Geld verdienen, um keine Geldsorgen zu haben. Dieser kindliche Vorsatz trieb mich an. Er trieb mich an, in meinem Job noch besser zu werden und mich für Gehaltserhöhungen zu empfehlen. Leider hatte dieser kindliche Vorsatz einen Haken, den ich lange nicht durchschaut hatte. Es ging nie darum, genug Geld zu verdienen, sondern genug Geld zu haben. Ich klammerte die Ausgabenseite vollkommen aus meinem Vorsatz aus.

Das führte dazu, dass mein Einkommen stetig stieg, meine finanzielle Sicherheit allerdings genau so niedrig war wie mit meinem Einstiegsgehalt, als ich mit Anfang 20 meinen ersten Job angenommen hatte.

Ich stellte nach und nach fest, dass ich eigentlich nicht glücklich bin. Ich entwickelte mich zum Konsummonster: Ungezügelt und nimmersatt. Nach und nach wurden auch die Zyklen kürzer, in denen mich mein Konsum glücklich machte. Jede noch so kleine, nicht vorhergesehene finanzielle Belastung war trotz meines guten Gehalts ein Prüfstein, der in der Regel mit einem Click-Kredit beseitigt wurde.

Nach und nach merkte ich: Ich muss etwas in meinem Leben ändern.


Wie ich heute ticke

Mein Veränderungsprozess war nicht über Nacht erledigt und so entwickelte ich mich über die Zeit. Heute habe ich für mich erkannt, dass mein Glück und meine Zufriedenheit nicht von meiner Wohnsituation, meinem Auto, einem neuen Handy oder sonstigen materiellen Gegenständen abhängig sind. Die schönen Dinge im Leben sind auch gratis oder günstig zu haben.

Ich befolge stets mein Mantra, bevor ich eine Anschaffung tätige und frage mich: "Macht dieser Gegenstand mein Leben besser?" Es ist schlichtweg ein Wahnsinn, wie oft ich die Frage mit "Nein" beantworte und einfach weiter gehe. Dennoch würde ich mich heute mitnichten als Frugalsisten oder Minimalisten bezeichnen. Aber ich konzentriere mich auf die Dinge, die mir wirklich etwas bedeuten. Diese Einstellung hat mich auch dazu gebracht, eine Sparquote von über 30 % zu etablieren, die ich schon längere Zeit so durchziehe. Mir fehlt das Geld nicht. Viel mehr lässt es mich gut schlafen, dass ich weiß, ein Polster zu haben, das mich auffängt, wenn einmal Not am Mann ist.


Und was hat das mit der Börse zu tun?

Eines ist mir bis heute geblieben: Sparbuch ist nichts für mich. Eine Ausbildung, die mir ein Grundverständnis für Phänomene wie Inflation und Nullzinspolitik, mit auf den Weg gegeben hat, hat mich zumindest in dieser Meinung, die ich als Kind schon hatte, bestätigt - auch wenn ich damals natürlich keine Ahnung von solchen Dingen hatte. Also mussten alternative Anlagemöglichkeiten aufs Feld geführt werden. Möglichkeiten, die mein Geld nicht nur parken, sondern mein Geld für mich arbeiten lassen. Warum sollte ich immer für mein Geld arbeiten? Das ist doch nicht fair. Soll doch auch mal mein Geld die Arbeit für mich erledigen.

Rasch war klar, dass unter all den Kapitalanlagemöglichkeiten die Börse die vermutlich lukrativste und für mich auch spannendste Variante ist. Wenn man davon hört, dass der S&P 500 im langfristigen Jahresdurchschnitt um 9 % pro Jahr wächst und sich erstmal mit dem Zinseszins auseinander setzt, hat diese Erkenntnis eine hochgradig motivierende Wirkung.


So habe ich mich nach und nach getraut, mich aktiv mit Aktien auseinander zu setzen und mir die ersten Aktien ins Depot gelegt. Meine erste Position war übrigens Walt Disney. Es macht mir großen Spaß, mich mit Unternehmen auseinander zu setzen und regelmäßig Anteile zu kaufen, die es mir erlauben, am langfristigen Unternehmenserfolg zu partizipieren.


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