• Aktienschach

Warum man am Vermögensaufbau interessiert sein sollte

Nun könnte man denken, dass es mir schlichtweg darum geht, so schnell wie möglich reich zu werden und so viel Geld wie möglich zu horten. Aber nein, ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht. Eigentlich geht es mir auch gar nicht darum, Unsummen an Geld auf die Seite zu packen, um es dann irgendwann wieder alles auszugeben. Ein Leben in Saus und Braus - hier eine Yacht, da ein Ferienhaus und dort ein teures Auto - ist gar nicht mein Ziel und der Gedanke daran lässt meinen Puls auch nicht unbedingt höher schlagen.


Mein Interesse am Vermögensaufbau wird an und für sich nur durch zwei grundlegende Gedanken gesteuert. Beide sind für mich aber schon ausschlaggebend genug, um einen erheblichen Teil meines Einkommens jeden Montag in mein Depot zu transferieren und zu versuchen, das Kapital gewinnbringend einzusetzen.


Der demografische Wandel:

Mit heute 34 Jahren macht mir mein Beruf nach wie vor sehr viel Spaß und ich gehe gerne zur Arbeit. Das weiß ich tatsächlich sehr zu schätzen. Aber die Frage, ob das auch in einigen Jahren noch so ist, beschäftigt mich natürlich. Gemäß derzeitiger Planung hätte ich noch 31 Jahre zu arbeiten, bevor mir der Staat den Ruhestand gönnt, denn das derzeitige Pensionsanstrittsalter liegt bei Männern in Österreich bei 65 Jahren. Das ist eine ganz schön lange Zeit und die Aussicht hält auch nur unter der Prämisse, dass mein Pensionsantrittsalter bis dahin nicht erhöht wird. Ich persönlich denke nicht, dass ich gem. staatlicher Regelung mit 65 Jahren in Pension gehen kann. Um den Gedanken nachvollziehen zu können, muss man das Pensionssystem in Österreich verstehen. Ganz kurz erklärt: Die Erwerbstätigen erhalten die Pensionisten. Auf dieser gefährlichen (Haupt)Säule ist unser Pensionssystem gebaut.

Nun spielt die Demografie eine entscheidende Rolle: Wir Menschen werden immer älter. Ausgehend von einem Pensionsanstrittsalter von 65 bedeutet das, dass die Inanspruchnahme der gesetzlichen Pension je Mitbürger immer länger dauert. Leider bleibt es aber auch nicht nur bei dieser einen Tatsache, die für mich aber auch schon ausreicht, mir Gedanken zu machen. Hinzu kommt, dass geburtenstarke Jahrgänge, wie beispielsweise die Babyboomer ebenfalls bald ihren Pensionsantritt feiern dürfen. Somit nimmt nicht nur die Pensionsdauer zu, sondern auch die Anzahl an Pensionisten. Das führt dazu, dass eine immer kleiner werdende Anzahl an Erwerbstätiger eine immer größer werdende Anzahl an Pensionisten zu finanzieren hat.


Das macht mir schon Angst. Denn das bedeutet, dass irgendwann die Gelder für die vielen Pensionisten fehlen werden und man kann dem auf zwei Arten begegnen: Man erhöht das gesetzliche Pensionsantrittsalter, oder die gesetzliche Pension wird einfach niedriger ausfallen. Man kann es sich also aussuchen: Lange arbeiten, oder in Armut sterben. Aber ganz so schön wird es dann vermutlich doch nicht: Eine Mischung beider Varianten ist meiner Meinung nach die wahrscheinlichste Herangehensweise.

Aber es gäbe vielleicht noch eine dritte Möglichkeit: Die Steuerlast der Erwerbstätigen könnte erhöht werden.


Egal welche Variante es wird, oder ob es alle drei werden: Sowohl der zukünftige Pensionist in mir, als auch der Erwerbstätige können sich damit nicht anfreunden.


Leider geht man aus politischer Sicht mit diesem Thema sehr fahrlässig um: Man wartet erstmal ab und schaut sich das erstmal von der Seitenlinie an. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass unser Pensionssystem noch auf zwei weiteren Säulen steht: Der betrieblichen Vorsorge und der privaten Vorsorge. Beide spielen in der breiten Maße aber nur eine sehr geringe Rolle.


Ich für meinen Teil, habe für mich die Entscheidung getroffen, selbst vorzusorgen und Maßnahmen zu ergreifen, die mir ein wenig die Angst vor meiner Zukunft nehmen. Was mich auch schon zu meinem zweiten Gedanken führt.


Ich möchte selbst entscheiden, wie lange ich arbeite:

Wie man aus meinen bisherigen Ausführungen schon vernehmen kann, möchte ich mir nicht nur meine Pension aufstocken. Ein weiterer, ganz wesentlicher Punkt ist der, dass ich selbst entscheiden möchte, wann ich mich in den Ruhestand begeben möchte. Ich sagte bereits, dass mir mein Job Spaß macht und ich gerne arbeite. Aber ich weiß nicht, wie das in Zukunft sein wird. Daher möchte ich mir selbst den Gefallen tun, und mir durch Vermögensaufbau Spielraum verschaffen. Ich möchte eines Tages sagen können: Jetzt will ich nicht mehr und guten Gewissens dieses Gefühl in die Tat umsetzen können. Vielleicht möchte ich andere Projekte verwirklichen. Oder ich möchte auch mal ein Jahr Auszeit nehmen und einfach mal nur herumreisen. Egal was: Ich möchte machen können, was mir Spaß macht und eine wesentliche Grundvoraussetzung dafür sind nun mal die eigenen Finanzen. Man muss sich die Freiheit, das zu tun, wonach einem der Sinn steht, auch leisten können.


Außerdem finde ich es mittlerweile schön, mein Depot jeden Monat zu füttern und zu sehen, wie mein Vermögen steigt. Die wirklich schönen Dinge im Leben kosten ohnehin kaum Geld. Es sind die Menschen und die Erfahrungen, die unser Leben schön machen. Ich habe mich vom Konsumwahn abgekapselt, da ich für mich selbst verstanden habe, dass übermäßiger Konsum, Statussymbole und teure Gadgets mein Leben nicht unbedingt besser machen. Mein Leben ist sorgenfreier seit ich weiß, dass ich ein finanzielles Polster habe und mich auch größere, unvorhersehbare Belastungen nicht in finanzielle Schieflage bringen können.

Alleine das hat mein Lebens schon besser gemacht, da ich mich abgesichert fühle. Ein Gefühl, das ich lange Zeit gesucht habe. In dieser Hinsicht würde ich behaupten, dass ich schon einen Teil meiner finanziellen Freiheit errungen habe.


Warum legst du Geld an und arbeitest an deinem Vermögensaufbau? Oder andersrum: Was bewegt dich, genau das nicht zu tun?




Viele Grüße,

Manuel

154 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen