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Aktienhandel: Spielkasino oder werthaltiges Anlageinstrument?

Aktien sind für die Mehrheit der Österreicher ein absolutes No Go. Dementsprechend niedrig ist die Aktionärsquote hierzulande. Auch in meinem Umfeld nimmt man von der Börse mehrheitlich Abstand. Zu groß ist das Risiko, zu gering das Wissen über diese Form der Geldanlage. Aus den Medien bekommt man auch kein anderes Bild vermittelt. Wahrscheinlich liegt es auch an der Natur des Menschen, dass man beim Wort „Aktie“ sofort an das Negative denkt. An den großen Börsencrash und daran, wie viele Leute ihr Geld verloren haben. Liest man wiederum etwas Positives über die Börse, wie beispielsweise neue Allzeithochs oder dergleichen, so ist das doch alles bloß Spekulation und der nächste Crash wird all die Helden wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holen.


Ich kann zumindest von meiner Seite aus bestätigen: Das war für eine sehr lange Zeit auch mein Zugang zu diesem interessanten Thema.


Aber was sind diese gefährlichen Aktien überhaupt?

Aktien sind nichts anderes als Wertpapiere, die einen Anteil an einem Unternehmen (einer Aktiengesellschaft) verbriefen. Sie werden an Marktplätzen (Börsen) gehandelt und können gekauft und auch verkauft werden. Der Preis einer Aktie wird von einem Handelssystem auf Basis der vorhandenen Kauf- und Verkaufsaufträge berechnet. Oder einfacher ausgedrückt: Der Aktienpreis setzt sich aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage zusammen. Aus der Anzahl der Aktien und ihrem Preis ergibt sich auch der Börsenwert eines Unternehmens


Börsenwert = Anzahl der Aktien x Börsenkurs je Aktie


Angenommen ein Unternehmen gibt 100 Aktien zu einem Wert von € 10 je Stück und man kauft 1 Aktie dieses Unternehmens: Man hält einen 1% Anteil an diesem Unternehmen. Demnach ergibt sich ein Börsenwert in Höhe von € 1.000 bei diesem Unternehmen.


Warum kaufen Leute Aktien?

Kurz: Weil sie sich Gewinne davon versprechen. Im Grunde genommen kann man auf zwei Arten Geld mit dem Aktienhandel verdienen: Durch Kursgewinne und durch Dividenden.


  • Kursgewinne: Bleiben wir bei oben genanntem Beispiel und nennen das Unternehmen mit den 100 Aktien ab sofort Gewinn AG. Nehmen wir an, die Gewinn AG wirtschaftet scheinbar hervorragend und erhöht ihre Umsätze und Gewinne kontinuierlich. Auch die langfristigen Aussichten des Unternehmens sind mehr als rosig. Die Auftragsbücher sind voll - alle wollen die Produkte der Gewinn AG kaufen. Wir haben schon gelernt, dass sich der Aktienkurs aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage errechnet. Was wird wohl mit dem Aktienkurs der Gewinn AG passieren? Bei dermaßen großartigen Aussichten werden eine Vielzahl von Investoren auf das Unternehmen aufmerksam und einen Teil vom Kuchen haben wollen. Der Kurs der Gewinn AG wird steigen und meine Aktie, die ich für 10 Euro gekauft habe, könnte nun für mehrere Tausend Euro am Markt gehandelt werden. So entstehen Kursgewinne, die ich realisieren kann, indem ich meinen Anteilsschein zu einem höheren Preis verkaufe, als ich seinerzeit beim Kauf bezahlt habe.

  • Dividenden: Der Gewinn AG geht es blendend. Die Umsatzziele wurden um Längen übertroffen und auch der Gewinn ist phänomenal. Die Gewinn AG beschließt, ihre 100 Aktionäre am Gewinn zu beteiligen und eine Dividende auszuzahlen. Die Dividende ist eine pro Aktie geleistete Zahlung an den Aktionär. Gehen wir davon aus, dass die Aktie der Gewinn AG zu einem Preis von 10 Euro gehandelt wird und das Unternehmen entschließt sich, eine Dividende in Höhe von 0,50 Euro an seine Aktionäre auszuzahlen. Daraus ergibt sich die sogenannte Dividendenrendite.


Dividendenrendite = Dividende / Aktienkurs


Am genannten Beispiel ergibt sich eine Dividendenrendite in Höhe von 5 %.


These: Der Aktienhandel ist ein reines Spielkasino

Es gibt auch immer wieder Marktphasen, in denen beispielsweise die Aktien von Unternehmen, die in einer bestimmten Branche tätig sind, dermaßen gehyped werden, dass der Aktienhandel kasinoähnliche Zustände annehmen kann.

Bleiben wir bei der Gewinn AG: Die Aussichten der Gewinn AG werden immer besser. Die ganze Stadt spricht nur noch von der Gewinn AG und sogar der Zeitungsverkäufer an der Ecke meinte erst vor kurzem, er wolle sich unbedingt eine Aktie der Gewinn AG sichern. Immer mehr Investoren möchten sich am Unternehmen beteiligen und der Aktienkurs schießt nach oben, da die Nachfrage nach Aktien das Angebot bei weitem übersteigt. Die einzelne Aktie kostet mittlerweile € 10.000 und der Börsenwert beträgt mittlerweile € 1.000.000 (€ 10.000 x 100 Aktien).

Nun kommt, was kommen muss: Ein neuer Wettbewerber drängt in den Markt. Das Produkt ist besser, günstiger und auch die Lieferung erfolgt zuverlässiger. Die Gewinn AG kann ihre Ziele nicht erreichen. Viel schlimmer noch: Das Unternehmen verzeichnet so gut wie keine Umsätze mehr und auch die finanzielle Situation wird zunehmend prekär.

Was passiert nun mit den Aktien der Gewinn AG? Richtig! Die Aktionäre ziehen die Reißleine und versuchen, ihre Gewinne aufgrund der starken Kursanstiege zu realisieren und ihre Anteile zu verkaufen. Das Problem: Es gibt keine Nachfrage mehr. Wer würde sich denn Anteile an einem Unternehmen sichern, das vor dem Abgrund steht? Der Kurs fällt ins bodenlose und vielleicht pendelt sich der neue Aktienkurs bei 1 Euro ein. Aus einem Unternehmen, das einen Börsenwert von € 1.000.000 auf die Waage brachte, wurde eine € 100 Imbissbude, an der keiner mehr interessiert ist.


Ganz so turbulent geht es dann doch nicht jeden Tag an der Börse zu, aber Übertreibung veranschaulicht und zeigt sehr gut, inwiefern sich die Theorie des Spielcasinos bewahrheiten kann. Am besten getroffen hat es vermutlich derjenige, der bei 10 Euro gekauft, und bei € 10.000 Euro verkauft hat. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass einem genau dieses Kunststück gelingt, ist dann doch eher als gegen null tendierend einzustufen.


These: Mit Aktien kann man nachhaltig Vermögen aufbauen

Die Nachhaltig AG hat der Gewinn AG zugesetzt. Die Nachhaltig AG ist ein absoluter Spezialist in der Branche und hat sein Produktportfolio erweitert, sodass sie nicht nur zur ernstzunehmenden Konkurrenz der Gewinn AG wurde, sondern diese auch vom Markt gedrängt hat. Der jahrelangen Expertise, dem nachhaltig agierenden Management, einem großartigen Servicegrad und einer perfekt funktionierenden Logistik ist das zu verdanken. Die Nachhaltig AG entwickelt ihre Produkte auch stetig weiter, sodass der technologische Vorsprung zur Konkurrenz mittlerweile uneinholbar scheint. Der Burggraben der Nachhaltig AG ist so tief und breit, dass es in den nächsten Jahren unmöglich erscheint, dass es Konkurrenz am Markt geben wird.

Die Nachhaltig AG funktioniert schon immer so. Es wirkt fast so als würde alles zu Gold, was von der Nachhaltig AG angefasst wird. Das zeigt sich auch in den Bilanzen der Nachhaltig AG: Umsätze und Gewinne werden seit Jahrzehnten hinweg kontinuierlich gesteigert. Die Nachhaltig AG gibt einen Teil dieser Gewinne auch an ihre Aktionäre weiter und erhöht auch die jährliche Dividende bereits seit Jahren.


Aufgrund der Entwicklung der Nachhaltig AG haben die Anleger großes Vertrauen in dieses Unternehmen. Man schätzt die besonnene Art des Managements und auch die Dividendenpolitik des Unternehmens beschert den Aktionären (neben den Kursgewinnen) regelmäßigen Ertrag.


Und nun? Kasino oder Vermögenszuwachs?

Wie man schon rauslesen kann: Die Börse ist das, was man selbst aus ihr macht. Ich greife grundsätzlich keine Aktien von Unternehmen an, an deren Zukunft und Erfolg ich nicht glaube. Ich muss davon überzeugt sein, dass das Unternehmen ein nachhaltiges Geschäftsmodell hat.

Klar wird man beim Investieren auch mal Fehler machen, aber das macht nichts. Ausschlaggebend ist, dass man mehr richtige als falsche Entscheidungen trifft.

Ein wesentlicher Aspekt beim Investieren in einzelne Aktien ist, dass man nicht das kauft, was einem gerade vom Zeitungsverkäufer nebenan empfohlen wird, sondern dass man sich mit dem Unternehmen beschäftigt und sich selbst davon überzeugt. Denken wir an all die Unternehmen, die hinter großartigen Marken stehen: McDonalds, Pepsi, Coca Cola, Apple, Microsoft. Diese Unternehmen gehören zu den bekanntesten Marken auf der ganzen Welt. Wie riskant scheint ein Investment in diese Werte, wenn man sein Portfolio streut und nicht bloß in eines dieser Unternehmen investiert?


Aber dazu werden wir auf unserer Finanzreise auch noch mehr erfahren.

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